Stress am Arbeitsplatz – Hilfe, ich kann nicht mehr!

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Gestresst zu sein kann viele Ursachen haben – vom Mangel an Ruhe bis hin zu einem Übermaß an Druck. Am häufigsten findet sich die Ursache am eigenen Arbeitsplatz, wo der Leistungsdruck und soziale Konflikte das Berufsleben zur Hölle machen können. Dies kann letztlich zu einem Burn-out führen und das Leben sowohl auf beruflicher als auch auf privater Ebene negativ beeinflussen.

Essenziell für dich ist: Akzeptiere deine Überlastung, denn nur so kannst du sie beseitigen. In diesem Artikel finden sich nützliche Ratschläge, um sofort etwas dagegen zu unternehmen.

Die Top 4 Faktoren für Stress am Arbeitsplatz

Die Gründe für Stress auf der Arbeit sind sehr vielfältig. Schädlich sind sie aber alle.

Stressfaktor #1: Leistungsdruck

Der bekannteste und häufigste Faktor bei Stress am Arbeitsplatz ist wohl der eigene Leistungsdruck, den du verspürst, wenn die Arbeit so schnell wie möglich, am besten sofort, erledigt werden muss und kein Ende in Sicht ist. In der Regel treibt sich hierbei die Frage um: „Wie soll ich das alles schaffen?“

Ist dieser Zustand nur vorübergehend, etwa weil kurzfristig so viele Aufgaben auf einmal auf dich zukommen, ist das weniger schlimm. Nachdem du diese Herausforderung gemeistert hast, entspannst du dich mit einem Gefühl des Erfolgs. Nicht selten bringt dich das auch beruflich weiter. Weniger gut ist es jedoch, wenn dieser hohe Stresslevel ein Dauerzustand ist und du nicht mehr zur Ruhe kommst. Immer unter Druck zu stehen, ist erwiesenermaßen ungesund.

Stressfaktor #2: Kollegen

Auch deine Kollegen können ein Grund für den Stress, den du auf der Arbeit verspürst, sein. Manchmal versteht man sich einfach nicht mit ihnen und die Kommunikation leidet darunter. Die Art des Umgangs, der zwischen dir und deinen Kollegen herrscht, kann eventuell sogar schlicht und ergreifend als toxisch bezeichnet werden. Mobbing ist nicht nur auf Schulen beschränkt, sondern kommt auch im Berufsleben vor. Es kommt sogar häufiger vor, als du es vermuten würdest. Denn Mobbing am Arbeitsplatz äußert sich nicht selten als Folge des Leistungsdrucks und der Stress wird an Kollegen ausgelassen.

Stressfaktor #3: Vorgesetzte

Neben schwierigen Kollegen können auch Vorgesetzte jegliche positive Haltung verderben. Bossing gehört vermutlich zu den häufigsten Ursachen für Stress am Arbeitsplatz. Tyrannische Chefs sind selten liebenswert und manche sind dreister als andere. Einige verlangen von ihren Mitarbeitern ständig telefonisch erreichbar zu sein und auf Abruf Arbeit in der persönlichen Freizeit zu verrichten. Bei unbezahlten Überstunden kann das besonders unangenehm sein. Zudem gibt es auch Vorgesetzte, die dich als Bedrohung für Ihre Stellung im Unternehmen betrachten und dich deshalb ohne Unterlass schikanieren.

Stressfaktor #4: Privatangelegenheiten

Jedoch muss der Grund für den Stress am Arbeitsplatz nicht zwingender Weise auch beruflicher Natur sein. Es gibt häufig private Ursachen wie Beziehungsprobleme und Trauerfälle, die stark auf das Gemüt drücken und dich daran hindern, dich auf Ihre Arbeit zu konzentrieren. Fatal wird es dann vor allem, wenn sich dieser Stress, mit zusätzlichen Stressoren auf der Arbeit vermischt, denn dann rennst du in einen Teufelskreis. Du findest dich oft in Situationen wieder, in denen du dir wünschst an einen fernen Ort zu gehen – egal wohin.

Körperliche Stresssymptome

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Quelle: macniak / canva.com

Wenn Stress am Arbeitsplatz herrscht, zeigen sich die Auswirkungen nicht immer auf der psychischen Ebene. Betroffene sind sich nicht immer bewusst, dass diese Belastung sie auch körperlich krank macht. Es folgen Symptome wie diese:

  • Kopfschmerzen
  • Kreislaufprobleme
  • Herzklopfen
  • Verspannungen
  • Magenschmerzen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Schlafstörungen
  • Schwindel
  • Diabetes

Nicht selten treten solche Symptome vereinzelt auf, dann jedoch mehrfach am Tag. Der Körper zeigt diese Beschwerden zu unterschiedlichen Zeiten, aber vor allem, wenn du dich mit der Arbeit beschäftigst oder darüber nachdenkst. Eine regelmäßige Erscheinung solcher Symptome solltest du sehr ernst nehmen.

12 Maßnahmen gegen Stress am Arbeitsplatz

Jeder Mensch hat seine eigene Methode zur Entspannung wie etwa Sport, Yoga oder sogar Meditation. Hierbei gibt es zwei Herangehensweisen: den Stress durch Aktivitäten ausgleichen und dich ablenken oder die Stressbewältigung, indem du an der Situation selbst etwas änderst.

Körperlichen Ausgleich finden

Körperlicher Stressausgleich ist der gängigste Weg Stress abzubauen. Dazu gehen die meisten Menschen nach einem stressigen Arbeitstag direkt in ein Fitnessstudio und erledigen ihr Work-out. Diese Methode ist wohlbekannt und viele Arbeitnehmer wählen diese, um ihre psychische Belastung zu bewältigen.

Hier lassen sie einfach Dampf ab und gehen dann nach Hause. Andere betreiben Kampfsport oder Yoga. Der Kern dessen ist das Erreichen eines meditativen Zustands, wo die Zeit wie im Flug zu vergehen scheint. Dadurch befreist du deine Gedanken von den Themen, die sich um die Arbeit drehen und Stress hervorrufen.

Funktionierende Kommunikation

Stressbewältigung zielt darauf ab, das Problem an der Wurzel anzugehen. Du versuchst also die Ursache des Stresses zu finden und aus deinem Alltag zu entfernen. Du könntest etwa versuchen, dich mit den schwierigen Kollegen auszusprechen. Du könntest versuchen, auf den gleichen Nenner zu kommen und so für eine angenehmere Zusammenarbeit sorgen. Manchmal scheitert es einzig und allein an der Kommunikation, weshalb ein klärendes Gespräch immer sinnvoll ist.

Bringt das nichts, ist es völlig legitim, sich an seinen Vorgesetzten zu wenden oder sich kompetente Hilfe gegen den Stress am Arbeitsplatz von außerhalb zu suchen. Diese Handlung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selfcare. Eine psychische Überforderung mit dieser Situation ist für viele Arbeitnehmer keine Seltenheit und nur selten allein zu bewältigen.

Regelmäßig Pausen machen

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Quelle: Madison Inouye / canva.com

Die richtigen Pausenaktivitäten sind oft hilfreich, um sich zu entspannen. Für die einen reicht es bereits aus, mit den Kollegen in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Andere gehen um den Häuserblock spazieren. In vielen Firmen wird mittlerweile ein Pausenbereich eingerichtet, welchen du und deine Arbeitskollegen aufsuchen können.

Neben bequemen Sitzmöglichkeiten gibt es zum Beispiel auch Kickertische, an denen sich die Zeit vertreiben lässt. Auch frisches Obst und Getränke sollten für kleine Pausen bereitstehen.

Mit den Vorgesetzten sprechen

Wenn Arbeitnehmer gestresst sind, hat der Chef in der Regel die Aufgabe ihnen zu helfen. Letzten Endes liegt ein positiver Umgang auf der Arbeit auch in seinem Interesse. Eine bessere Verteilung der Aufgaben kann vermeiden, dass Mitarbeiter von diesen überfordert sind und sich regelmäßig eine Pause nehmen können.

Daher sollten Chef und Mitarbeiter regelmäßig Kommunizieren, über etwaige Probleme sprechen und sich gemeinsam eine Lösung überlegen, um den Stress am Arbeitsplatz zu reduzieren.

Persönliche Trigger reflektieren

Es ist ebenfalls wichtig, dass du dich mit den Dingen, die dich stressen, richtig auseinandersetzt. Wenn du noch nicht genau weißt, was der Auslöser für den Stress am Arbeitsplatz ist, achte penibel genau darauf, zu welchen Momenten der Stress sich in dir aufbaut.

Denke über diese Situationen nach, überlege, ob du einen Ausweg siehst. Wenn nicht, versuche eine der genannten Maßnahmen gegen Stress am Arbeitsplatz umzusetzen.

Auch mal „Nein“ sagen

Dein Telefon klingelt. Es ist die Arbeit. Du hebst ab und in weniger als einer Minute steht fest, dass du kurzfristig für deinen kranken Kollegen einspringst. Was an sich eine nette Geste ist, kann auf Dauer schädlich sein.

Egal, in welchem Bereich der Arbeit es ist: lerne „Nein“ zu sagen, wenn dir etwas nicht guttut. Und das gilt nicht nur für die Arbeit. Auch im privaten Bereich ist es hilfreich und befreiend, wenn du in der Lage bist, Dinge abzulehnen, die dich belasten.

Was kannst du sonst noch tun?

  • Mache dir die Relevanz von Pausen bewusst. Du brauchst sie, um wieder Energie tanken zu können.
  • Gönne dir „Offline-Phasen“ in denen du keine neuen Mails checkst, sondern dich nur auf deine jetzige Arbeit oder deine Pause konzentrierst.
  • Nutze deine eigenen Hochleistungsphasen. Erledige in diesen Momenten die anstrengendsten Aufgaben zuerst, damit du es leichter hast, wenn die Energie langsam zuneige geht.
  • Bewusste Kommunikationspausen sind wichtig. Du sollst die Ruhe spüren! Kein Handy, kein Laptop, keine Kollegen.
  • Erstelle dir To-do-Listen, die dir dabei helfen, deine Aufgaben nach Priorität zu ordnen und die anstehenden Aufgaben gut zu verteilen.
  • Gib Arbeit ab, wenn es möglich ist. Du musst nicht alles allein machen oder über alles die Kontrolle haben.

Letzte Maßnahme gegen Stress am Arbeitsplatz: Arbeitsplatzwechsel

Leider gibt es Mitarbeiter und Vorgesetzte, die dich einfach nur aus purer Belustigung schikanieren. In diesen Fall solltest du den Arbeitsplatz wechseln, denn ein toxisches Betriebsklima schadet dir – unabhängig von deinem Gehalt. Es kann auch passieren, dass der Berufsalltag mit deinem Privatleben nicht vereinbar ist. Häufig wird von Mitarbeitern erwartet, dass sie immer erreichbar sind und damit immer zur Verfügung stehen sollen. Sollten unbezahlte Überstunden die Regel sein, solltest du dich ebenfalls nach einem anderen Arbeitsplatz umsehen.

Eine Kündigung klingt anfangs sehr extrem und sorgt natürlich auch für Stress. Allerdings solltest du dich fragen, ob dieser Job es wert ist, länger unter ihm zu leiden. Stress am Arbeitsplatz kann zu Burn-out und Depressionen führen. Zu Krankheiten, bei denen dir kostbare Lebenszeit abhandenkommt. Zudem leiden auch deine Beziehungen unter ständigem Stress und können gemeinsame Zukunftspläne zunichtemachen, wie etwa eine Familie.

Psychische Erkrankungen sorgen besonders im Privatleben häufig für Probleme. Es ist schon hilfreich, diese Möglichkeit zu kennen und als validen Ausweg zu sehen. Nicht selten kannst du eine Kündigung in einem Gespräch mit deinem Arbeitgeber andeuten. Solltest du den Eindruck haben, nicht ernst genommen zu werden, ist es Zeit für deutlichere Worte oder einen Wechsel. Du opferst deinem Beruf wertvolle Lebenszeit, die du nie zurückbekommen wirst. Deine Gesundheit sollte deine oberste Priorität sein.

Titelbild Quelle: anyaberkut / canva.com 

 

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