Mobbing am Arbeitsplatz: 8 Tipps, um die Opferrolle zu verlassen

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Nicht nur bei Kindern oder Jugendlichen, sondern auch im Erwachsenenalter kommt Mobbing am Arbeitsplatz vor und das nicht gerade selten. Eine Situation, die für viele noch schlimmer ist, als Stress am Arbeitsplatz. Hier werden die Opfer meist von ihren Kollegen oder dem Arbeitgeber gemobbt und schikaniert.

Mobbing Definition: Wann ist es überhaupt Mobbing?

Bei Mobbing am Arbeitsplatz handelt es sich um ein Verhalten, das dazu dienen soll, das Mobbing Opfer zu verletzen, einzuschüchtern, auszugrenzen, aus dem Arbeitsverhältnis zu drängen oder zu entmutigen. Als Mobbing wird es offiziell dann angesehen, wenn es nichts mehr mit Spaß zu tun hat, also das Arbeitsklima geschädigt wird und das negative Verhalten über einen längeren Zeitraum auftritt. Mobbing am Arbeitsplatz muss aber nicht immer nur unter Kollegen stattfinden, denn auch die Vorgesetzten können selbst zum Opfer oder auch zum Täter werden.

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Quelle: djedzura / canva.com

Mobbing am Arbeitsplatz: die vier typischen Phasen

Mobbing beginnt nicht von einen Tag auf den anderen. Meist ist der Weg dorthin sehr lang und zieht sich schleichend voran. Der Weg in die Opferrolle wird in vier Phasen unterteilt:

Phase 1- der Auslöser

Bei der ersten Phase steht meist ein ungelöster Konflikt unter den Kollegen oder mit dem Chef im Raum. Die Folgen dieses Konflikts sind meist gegenseitige Schuldzuweisungen, Lästereien und eventuelle verbale Angriffe. Eine derartige Schikane muss aber nicht sofort einsetzen. Der Streit kann oftmals auch nur der Nährboden für ein wachsendes Ressentiment sein.

Phase 2- die Zuspitzung

In der zweiten Phase spielt der Konflikt beim Mobbing am Arbeitsplatz meist keine Rolle mehr. Das Opfer wird nun systematisch gemobbt, wodurch der Gemobbte unsicher wird und so zu einer einfachen Zielscheibe wird. Der Betroffene wird ab diesem Punkt vermehrt ausgegrenzt, kritisiert oder verleumdet. Aber auch wichtige Informationen werden ihm vorenthalten.

Mit all diesen Handlungen wird das Selbstwertgefühl des Betroffenen gemindert und dieser fällt in die Rolle des Opfers.

Phase 3-die Eskalation

Ab der dritten Phase droht die Situation in den meisten Fällen zu eskalieren. Der betroffene Arbeitnehmer wird immer unsicherer und kann sich oftmals nicht mehr konzentrieren, wodurch Fehler vermehrt auftreten. Diese Fehler führen zu mehr Kritik der Kollegen und dem Arbeitgeber – der Betroffene steht noch mehr unter Druck. Ein Teufelskreis, aus dem es auszubrechen gilt. Aber auch arbeitsrechtliche Sanktionen, wie eine Abmahnung, können die Folge der ungenauen Arbeit sein. Für den Gemobbten wird das Mobbing im Job zum Arbeitsalltag.

Phase 4-das Ende

In der letzten Phase kommt es oft so weit, dass der Arbeitnehmer seiner Arbeit nicht mehr ausreichend nachgehen kann. Somit hat der Mobber sein Ziel erreicht.

Die Folge davon ist oft eine eigene Kündigung oder eine Kündigung durch den Vorgesetzten, da die gewünschte Arbeitsleistung nicht mehr erfüllt wird. Aber auch danach hat der Mitarbeiter meist noch mit posttraumatischen Belastungsstörungen zu kämpfen, gegen welche auch ein neuer Arbeitsplatz nicht helfen kann. Denn auch im neuen Betrieb wird sich der Betroffene unsicher fühlen und tagtäglich Angst vor einer neuen Mobbing-Attacke haben. Deshalb greifen viele zu langfristigen Krankschreibungen. Besser wäre es, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Folgen von Mobbing

Auch wenn die Folgen von Mobbing am Arbeitsplatz nicht immer sichtbar sind, macht die Situation die Betroffenen trotzdem krank. Wie sehr diese unter dem Mobbing leiden, hängt von verschiedensten Faktoren ab, wie der Schwere des Mobbings und der seelischen Verfassung des Betroffenen.

Die Folgen von Mobbing beziehen sich aber nicht nur auf die Arbeit, sondern auch auf den privaten Bereich. Mit diesen Folgen haben die Gemobbten häufig zu kämpfen:

  • Schlafstörungen
  • Panikattacken
  • Depressionen
  • körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit
  • Essstörungen
  • soziale Isolation
  • Selbstzweifel
  • schlechtere Arbeitsleistungen
  • Selbstmordgedanken bis hin zu Suizid
  • Verlust des Arbeitsplatzes
  • familiäre Probleme

8 Tipps, wie du dich bei Mobbing am Arbeitsplatz souverän aus der Opferrolle heraus boxt

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Quelle: Lacheev / canva.com

Wenn man von Mitarbeitern oder Vorgesetzten schikaniert wird, ist es wichtig, dass man nicht kampflos aufgibt, sondern sich gegen die Mobber verteidigt und etwas dagegen unternimmt, bevor man daran zerbricht.

Tipp 1: Ein Mobbing-Tagebuch anlegen

Betroffene sollten ein Mobbing-Tagebuch anlegen, damit die Mobbingattacken im Nachhinein vor dem Betriebsrat oder einem Gericht belegt werden können.

Bei dem Tagebuch ist es wichtig, dass das genaue Datum und die Uhrzeit des Mobbings notiert werden. Auch soll genau beschrieben werden, was vorgefallen ist, wer für diese Handlung verantwortlich war und ob es eventuell Zeugen gibt. Aber auch wenn nichts vorgefallen ist, sollte dies notiert werden. Falls du einen Tag nicht arbeiten warst, dies ebenfalls notieren und den Grund angeben, etwa Urlaub, Krankenstand, etc. Falls der Mobber nicht in der Firma war oder falls außerhalb der Arbeit etwas vorfällt, dies ebenfalls aufzeichnen.

Tipp 2: Verbündete suchen

Bei Mobbing ist es wichtig, dass man damit nicht allein umgehen muss. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich mit anderen zusammenzutun. Sprich mit einer weiteren Person unter vier Augen und bitte sie um Hilfe. Du wirst schnell bemerken, dass man zu zweit oder im Team viel stärker ist.

Tipp 3: Den Stier bei den Hörnern packen

Auch ist es wichtig, dass du dich bei Mobbing am Arbeitsplatz nicht in deine Schneckenhöhle verkriechst, sondern gegen das Mobbing ankämpfst. Schlucke nicht alles hinunter, sondern wehre dich dagegen und lass dir nicht alles gefallen.

Tipp 4: Versöhnlich bleiben

Du solltest dir zwar nicht alles gefallen lassen, dennoch solltest du immer höflich bleiben und auf keinen Fall einen Streit anfangen oder beleidigend werden.

Tipp 5: Gerüchte im Keim ersticken

Wenn Gerüchte über dich verbreitet wurden, versuche diese so schnell wie möglich im Keim zu ersticken und die anderen Mitarbeiter aufzuklären, wie es wirklich ist.

Tipp 6: Den Chef ansprechen

Wenn all die Bemühungen nichts helfen, ist es Zeit, den Chef auf das Thema Mobbing anzusprechen und ihn über die Geschehnisse in Kenntnis zu setzen. Wenn dies nichts hilft, oder dein Chef vielleicht für das Mobbing verantwortlich ist, muss der Betriebsrat oder die Arbeitskammer eingeschaltet werden.

Tipp 7: Handlungsfähig bleiben

Wichtig ist, dass du dich nicht zu sehr als Mobbingopfer siehst, sondern handlungsfähig bleibst. Es ergibt wenig Sinn, wenn du wegen der Attacken solche Angst hast, dass du dich nicht mehr wehren kannst. Bewahre einen kühlen Kopf, auch wenn der Gegenüber zu sticheln beginnt.

Tipp 8: Beobachten und evaluieren

Beobachte die Mitarbeiter, ob es eventuell noch weitere Mobbingopfer gibt. Meistens gibt es nämlich nicht nur einen Fall, da die Mobbenden systematisch vorgehen. Hier ist es wichtig zu erkennen, ob es anderen wie dir geht. Du kannst ihnen helfen oder dich mit ihnen zusammenschließen.

Wenn du Hilfe dabei benötigst, aus dieser Situation herauszukommen, kannst du mich jederzeit kontaktieren!

Titelbild Quelle: Minerva Studio / canva.com  

 

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